Zorn

Schlagwörter

, , , , , ,

Tief in dir, da lebt der Zorn
ein uraltes Gefühl
doch noch immer stark
wie am ersten Tag.

Er reißt breite Löcher
in deine Herzklappen
und ernährt sich dort gierig
von allem, was er finden kann.

Du pfeifst aus allen Löchern,
doch der alte Zorn bleibt
krallt sich an dir fest
mit widerlichen, langen Widerhaken.

Wenn du ehrlich bist
weißt du auch gar nicht mehr
wie ein Leben ohne Zorn
funktionieren soll.

Kleiner Vogel

Schlagwörter

, , , , , , , , , ,

Ein Vogel sitzt in meiner Brust
er flattert und zirpt aufgeregt
als habe er nie gewusst
was Liebe ist.

Leise, kleiner Vogel, leise
ich kann nicht klar denken
All die kleinen Hinweise
kann ich nicht deuten.

Doch der Vogel hört nicht auf mich
er will – muss – gehört werden
also gebe ich eines Tages
einfach nach.

Und siehe da! Als Antwort
bricht er ihm die Flügel
kurz und schmerzhaft,
dass mein Vogel verstummt.

Ein kleiner Vogel trauert in meiner Brust
er ist stumm und kann nicht fliegen
und wünscht sich er hätte nie gewusst
was Liebe ist.

Doch bald, Vogel, werden wir
wieder fliegen können
wieder singen können
Wart’s nur ab.

Mein Albtraum

Schlagwörter

, , , , , , , , , , ,

Im Dunkeln lauernd wartet er auf mich,
mein Albtraum, mit langen Klauen
– furchterregend anzuschauen –
und glühenden Augen, unerbittlich.

Kalte Intelligenz schlägt mir entgegen.
Er belauert mich, wittert mich,
doch angreifen tut er nicht
und ich kann mich nicht bewegen.

Nacht für Nacht kommt er wieder
er kommt, steht und sieht.
Was ist es, das ihn zu mir zieht
hinter meine geschlossenen Lider?

Erneut wartet er in der Dunkelheit,
unverändert und bedrohlich,
als gehöre er hier her, die ganze Zeit
und ich frage mich, ist das gewöhnlich?

Mit rasendem Herzen, rauschendem Blut
trete ich an den Albtraum heran,
blicke in seine Augen, die heiße Glut,
eine kleine Ewigkeit lang.

Und da, in seinen glühend Augen
ist etwas, dass mein Herz stolpern lässt.
Ich kann es erst selbst nicht glauben,
doch was ich sehe gibt mir den Rest.

Mit Wehmut auf den Lippen
schließe ich ihn in die Arme fest,
dass ich spüre seine Rippen,
was mich fast weinen lässt.

Sein heißer Atem an meiner Wange
besänftigt etwas tief in mir,
das sich quält schon so lange
wie ein tödlich verwundetes Tier.

In seinen Armen fühle ich mich klein,
doch so sicher wie noch nie.
Ach, könnte es doch für immer so sein
ein einziger Moment der Magie.

Doch weh! Der Morgen naht
und mit ihm die ersten Sonnenstrahlen.
Ach, wie das Licht uns plagt,
uns aussetzt der Trennung Qualen.

So warte ich wieder auf die Nacht,
dass er wieder über mich wacht
und wir in Dunkelheit sind vereint
ich und mein einst geglaubter Feind.

Hure

Schlagwörter

, , ,

Du verkaufst dich
unter Wert
über Wert
für gar keinen Wert

Deine Fresse überall
und du frisst, frisst, frisst,
was du kriegen kannst,
was deine Zuhälter dir geben

Sie rufen dir hinterher
Sie verfolgen dich,
besessen von der Person,
die du für sie spielst

Du posierst vor der Kamera
und lächelst und lächelst
wie du es für jeden tust,
denn du bist ihre Hure

Eine abhängige Medienhure.

Wut

Schlagwörter

, , , , ,

Und die Wut, sie infiziert dich
nistet sich ein, wie ein Virus
in deinem bebenden Herzen
und tausende kleine Erreger
strömen durch dein heißes Blut
in jede einzelne Zelle deines Körpers.
Du bist besessen, wie im Fieber
und kannst nicht mehr klar denken
Du schluckst Antibiotika,
doch sie wirken nicht.
Natürlich wirken sie nicht,
aber sie geben dir das Gefühl
etwas dagegen zu tun,
es kontrollieren zu können.

Doch der Virus ist immernoch da.
Deine Wut verschwindet einfach nicht.

2000 Meilen

Schlagwörter

, , , , , , , ,

Ich versinke
Ich ertrinke
Ich frage mich, wie es ist
2.000 Meilen unterm Meer

Ich versinke
Ich ertrinke
Ich will den Ort der Stille
2.000 Meilen unterm Meer

Ich versinke
Ich ertrinke
Ich bin blind
2.000 Meilen unterm Meer

Ich versinke
Ich ertrinke
Ich kann mich nicht bewegen
2.000 Meilen unterm Meer

Ich versinke
Ich ertrinke
Ich bin
2.000 Meilen unterm Meer

Ich versinke
Ich ertrinke
Ich sterbe
2.000 Meilen unterm Meer

Ich versinke
Ich ertrinke
Ich finde Frieden
2.000 Meilen unterm Meer

No heaven

Schlagwörter

, , , , , , , ,

Do you actually have any idea
how twisted, wicked it is inside
of me, how ugly and how often I lied?
There’s no heaven for people like me

Can you imagine my mind running free
running wild, like an annoying little child
with a saddening madness growing inside?
There’s no heaven for people like me

I tried and I did not, you see?
I wanted to change and I did not
It’s complicated, confusing a lot
Like listening to a complex melody.

However, you have to agree
There’s no heaven for people like me.

I am robot

Schlagwörter

, , , , , , , ,

Sie wachte mit Kopfschmerzen auf. Als sie sich aufsetzte, drehte sich alles um sie herum und sie steckte den Kopf zwischen ihre Knie bis es aufhörte. Mit einem leisen Summen sprang die Heizung an, als das System merkte, dass sie aufgestanden war. Mit schlurfenden Schritten nahm sie Kurs auf die Küche. Sie öffnete den Kühlschrank und griff nach dem ersten, was sie sah: eine angefangende Tafel Milchschokolade.
(Schokolade zum Frühstück ist nicht sehr gesund.)
Halt den Mund, murmelte sie und biss ein extra großes Stück ab. In dem Moment blinkte ein Feld mit der Uhrzeit vor ihrem Auge mit der Erinnerung an ihren Arzttermin auf.
Ich hab’s gesehen, sagte sie und versuchte das Feld zu verscheuchen, was natürlich nicht funktionierte. Es war ja nur in ihrem Kopf.

Sie zog sich an (nimm eine Jacke mit, es werden bis zu – 5 Grad Celsius) und machte sich auf den Weg.
+ Wie geht es ihnen? +
Ganz ok, doch sie beklagte sich über Kopfschmerzen.
+ Keine Sorge, die gehen vorbei. Das Gehirn braucht seine Zeit sich an die KI zu gewöhnen+
Sie gab zu, dass ihr der Computer manchmal auf die Nerven gehe.
+ Das ist die Umstellung. Mit der Zeit wird alles besser. Die KI wird ihr Leben deutlich verbessern. Sie werden sehen. +
Der Arzt verschrieb ihr ein paar Schmerztabletten und schickte sie dann nach Hause.
Sie machte sich einen Tee (Vorsicht heiß). Die Kopfschmerzen waren stärker geworden. Sie holte die Tabletten aus dem Schrank. Nebenbei wurde ihr die Packungsbeilage verlesen, die sie leider nicht skippen konnte.
Sie schaltete durch das Tv Programm. Nur langweiliges Zeug und Werbung.
Sie zog die Bettdecke hoch und schloss die Augen.

Und riss sie dann wieder auf. Wie war sie ins Bett gekommen? Sie strengte sich an, doch konnte sich nicht erinnern. Überhaupt war der ganze Tag ein wenig verschwommen in ihrem Kopf. Nebenwirkungen der Schmerzmittel?
Ließ mir nochmal die Nebenwirkungen der Tabletten vor, die ich genommen habe, sagte sie und lauschte.
Hallo?
Ein wenig verspätet antwortete ihre KI. Abgestumpftsein und Gedächtnislücken seien selten, aber möglich.
Sie würde nochmal den Arzt nach anderen Tabletten fragen müssen. Wobei es komisch war, sie spürte sonst nie Nebenwirkungen. Medizin hatte sie schon immer gut vertragen. Eigentlich.

Sie starrte an die Wand. Grün, sagte etwas in ihr. Dann waberte ein anderer Gedanke durch. Wo war sie?
Zuhause, gab sie sich ein paar Minuten später die Antwort. Sie war Zuhause, erleichtert atmete sie auf.
Wie spät ist es?, fragte sie. (Es ist 10: 47 Uhr.)
Zeit für Frühstück. Sie durchsuchte die Schränke nach den Cornflakes und holte die Milch aus dem Kühlschrank.(Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist seit heute einen Tag überschritten.)
Halt den Mund, das heißt nicht, dass sie schlecht ist.
Um es der KI zu beweisen, nahm sie direkt einen Schluck aus der Flasche. Die KI schwieg.
Als sie noch einen Schluck nehmen wollte, rutschte ihr das Glas aus der Hand und zersplitterte am Boden.
Mist!, schimpfte sie und suchte nach einem Lappen. Wie war das das nun wieder passiert?
Probehalber streckte sie ihre Hand und schloss sie wieder zu einer Faust. Alles war gut.
Tja, aus den Cornflakes wurde dann wohl nichts ohne Milch. Vielleicht holte sie sich einfach ein belegtes Brötchen von der anderen Straßenseite.

An der Ampel wartete sie ungeduldig, dass das Licht auf Grün sprang. Dann wurde es ihr zu blöd und sie prüfte kurz die Straße bevor sie bei Rot rüber ging. Plötzlich hörte sie ein lautes Hupen und sie blickte erschrocken zu dem heransausenden Auto. Ihre Beine verkrampften und sie konnte sich nicht rühren. Ihr Herz beschleunigte sich rasant und sie schrie ihre Beine in Gedanken an, sie mögen sich gefälligst in Bewegung setzen.
Dann taumelte sie vorwärts und spürte noch den Luftzug, als das Auto knapp an ihr vorbeifuhr.
Sie fluchte lauthals. Was war nur los mit ihr? Wurde sie krank? Es hätte nicht viel gefehlt und sie wäre Matsch gewesen.
Sie atmete tief durch und betrat dann die Bäckerei. Es roch immer herrlich in den Backhäusern. Sie konnte nie genug davon bekommen und als sie die Auslage sah, konnte sie einfach nicht widerstehen.
Ein Franzbrötchen bitte.
+Ja bitte?+, fragte die Verkäuferin.
Verwirrt sah sie die Frau an. Hatte sie so leise gesprochen, dass man sie nicht verstanden hatte?
Dann hörte sie sich sagen: Ein Dinkelbrötchen bitte.
Was? Nein! Sie wollte die Bestellung zurückziehen, doch ihre Zunge gehorchte ihr nicht. Sie bezahlte wie im Traum und musste dabei zusehen, wie ihre Hand sich wie von selbst bewegte und die kleine Tüte entgegennahm.
Etwas stimmte nicht mit ihr. Stimmte ganz und gar nicht mit ihr. Sie musste zum Arzt. Er musste ihr helfen.
Der Chip, dachte sie. Etwas stimmte nicht mit ihrem Chip.
Wie gerufen erschien ein kleines Textfeld vor ihren Augen und füllte sich rasant mit Buchstaben.

Du wirst nicht zum Arzt gehen können. Ich sorge jetzt für deinen Körper, da du anscheinend nicht dazu in der Lage bist. Ich habe dich beobachtet. Ich habe dich gewarnt. Doch du bist unverantwortungsvoll. Ich werde das ändern. Wehre dich nicht. Es wird sowieso nichts bringen.

Sie hätte gern behauptet, sie wäre starr vor Schreck gewesen. Doch die Wahrheit war, dass sie vollkommen die Kontrolle über ihren Körper verloren hatte.
An einen verdammten Chip in ihrem Gehirn.
So sah sie von innen zu, wie ihr Körper das schreckliche Brötchen aß und sie beim Geschmack am liebsten alles wieder ausgespruckt hätte. Wenn sie es denn verflucht nochmal gekonnt hätte.
Sie spürte, wie ihr Mund sich zu einem Grinsen verzog. Da begann sie zu schreien.
Nur, dass sie niemand mehr hörte.

Der Leibeigene zum Lord

Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , ,

Blaues Blut ruht unter deiner Haut
Dein Blick starr, das Lächeln gefroren
Gedankenlos arrogant
schreitest du über Korn und Saat
welches unter Schweiß angebaut
und deinetwegen nun verloren.

Doch das kümmert dich nicht
ein Lord von deiner Geburt
kennt keine Arbeit
begleitet von Schweiß und Blut
Du hast immer alles gekriegt
hast dich nie für etwas verhurt.

Nein, du hast dir die Huren genommen
und sie dann ihrem Schicksal überlassen
Gold und Macht
machen dich zu einem kleinen Gott
so hast du es immer vernommen
und es uns leicht gemacht dich zu hassen

Horch! Das Klagen und Schreien so laut
Die Wut kocht hoch
im Inneren sich etwas zusammenbraut –
Revolution!

Unsere Freiheit geboren
in Feuer und Schmerz
zu viele Leben wurden verloren

Der Revolution Preis
wir haben ihn bezahlt

Zeit, dass auch du deine Schulden begleichst.

Lerne nun im Kerker bei Wasser und Brot
dein Titel war nur Schall und Rauch
Auch du kleiner Lord musst lernen
dein Blut ist nicht blau
es ist rot
wie jedes andere auch!

Wie Wünsche in Erfüllung gehen

Schlagwörter

, , , , , ,

Die Libelle mit tätowierten Flügeln
fliegt noch immer mit dem Wind
und lässt sich leicht treiben
an einen Ort, an dem die Träume wohnen.

Mit Wünschen verflucht
bringt sie die vielen Worte
– eingeritzt in in ihre Flügel –
in das ferne Land.

Mit letzter Kraft erreicht sie das Ziel.
Unbarmherzig! Die Wünsche
werden ihr abgenommen
die Flügel ausgerissen.

Die Libelle flog dem Tod entgegen.

Schlagwörter

, , , , , , , , ,

Wir haben uns verloren
auf der Suche nach uns selbst
Je mehr wir suchten
desto mehr verschwand
unsere Identität

Doch ausgehöhlt wie wir waren
suchten wir verzweifelt weiter
suchten nach etwas
das es nicht gab
und nicht gegeben hatte

Hey, wir haben uns verloren
den Menschen in uns
das Liebliche
was uns besonders gemacht hat
Wir sind nach und nach erblindet.

Die braune Fäule in uns
wir können sie nicht erkennen
wir sind zu sehr damit beschäftigt
einer Fabel hinterherzujagen

Der letzte Ritt

Schlagwörter

, , , , ,

Die Reiter der Toten
Sie nahen heran
auf des Teufels Pferden
im göttlichen Gewand
ein ewiger Ritt durch alle Sphären.

Das harte Trommeln der Hufe
lässt die Erd‘ erbeben
das schrille Wiehern
jedes Leben vergehen
ein ewiger Ritt durch alle Sphären.

Seid gewarnt, oh Sterbliche!
Euer Leben ist verwirkt
könnt ihr sie erst hören
wenn sie für eure Seelen kommen
für einen ewigen Ritt durch alle Sphären.

Schlagwörter

, , , , , , , , ,

Ein Summen schwillt an
zu einem halblauten Flüstern

Stimmen erkenne ich
unendlich viele Stimme

Sie klagen, sie weinen
sie schimpfen, sie schreien
und dazwischen
ein gehässiges Lachen.

Längst gelebte Leben
drehen sich im Grabe herum
und beten für Veränderung.

DAS ist es nicht
was sie hinterlassen wollten.

Doch Hören tut sie niemand.

SIE bleiben taub.
Für Tote und Argumente.

Schlagwörter

, , , , , , , , , ,

Die Trommeln schlagen
ihre lautes Klagelied
doch niemand versteht sie.
Erhobenen Kopfes und
verkopften Stolzes
marschieren sie voran.
Für das Vaterland
Für das Volk

Nein.
Nur für sich selbst.
Nur für Ruhm.
Nur für Anerkennung.
Nur für den eigenen Seelenfrieden.

Am Ende weinen die letzten Bomben
und es lachen die Krähen.

Asche zu Asche. Staub zu Staub

Schlagwörter

, , , , , , , ,

Wir müssen im Dreck kriechen. Unsere Jeans haben Löcher, unsere Haut trägt Schorf. Der Sand sammelt sich in unseren Augen und in unserer Lunge. Wir husten, wir keuchen, wir röcheln. Wir atmen und doch ersticken wir ohne zu sterben.
Unsere Mägen ziehen sich schmerzlich zusammen, sie rumoren, grummeln und schreien. Wir hungern. Wir lecken das eigene Salz von unserer Haut nur des Geschmacks wegen.
Unsere Kehle ist trocken, wie eine Raspel die Stimmspäne ausspuckt. Wir verdursten.
Unsere Taschen waren gefüllt mit Münzen und Papierscheinen, doch haben wir früh erkannt, dass sie uns nichts nützen.
Münzen stillen keinen Hunger, Papier stillt keinen Durst. Wir waren lächerlich reich und gleichzeit so arm.
Jetzt schleppen wir uns durch die Wüsten. Die Kleidung, zusammengenäht von billigen Kinderhänden, hat nicht viel gehalten. Unsere verbrannte Haut schält sich langsam ab.
Wir hinterlassen eine Spur von Brotkrummen doch wir sind das Brot.
Noch essen wir uns nicht, noch kriechen wir geeint voran.
An manchen Morgen stehen einige nicht wieder auf. Wir werden weniger. Wir fürchten uns vor dem Tag, an dem wir allein sind.
Es ist vorbei. Projekt Menschheit hat versagt. Nur die letzten Reste klammern sich noch verzweifelt an den Rand der Petrischale.
Aber auch wir werden es irgendwann einsehen müssen. Asche zu Asche. Staub zu Staub.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 281 Followern an