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Briefleserin am offenen Fenster – Jan Vermeer 1357
Wie du dort am Fenster standst
der Brief zitterte in beiden Händen
Dich in innerlichen Qualen wandst
Dunkelheit kroch entlang den Wänden
 
Du musstest atmen
du ersticktest in diesem Zimmer
musstest das Fenster öffnen
das ursprünglich geschlossen war für immer
 
Fremde Luft drang ein
sang von fremden Welten
brachte beißend Sonnenlicht herein
dessen Strahlen den Brief erhellten
 
Doch deine Augen waren auf Papier gebannt
und Sehnsucht kleidet dein Herz
Hättest du doch den Brief verbrannt
wäre dir erspart geblieben der Schmerz
 
Die Person im Fenster
blass, gleich einem Geist
gleich ihrem Kämpfer
doch ist sie zurückgeblieben, so dreist
 
Das ist die Strafe, die du zahlen musst
langjähriges Siechen im Herzen
Sehnen nach diesem einen Kuss
im Angesicht der Trauerkerzen
 
Ach, werte Briefleserin, ach du
du hast geliebt und verloren
eines Kriegers Leben vergeht im nu
mutig und wundervoll bist du
ihn zu lieben