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Es gab ein Märchen
das erzählte von einem Ritter
freundlich und mutig
der seine Prinzessin beschützte
vor dem bösen Dämonenkönig.

Der Ritter war gerecht
und rettete alle Prinzessinnen
die seine Hilfe brauchten
Er folgte seinem Pfad
ohne vom Wege abzukommen.

– – – – – – – – – – – – – – –

Doch der naive Ritter wusste nichts
über die unzähligen Wege, die es gab
hätte er nur kurz angehalten
und sich seine Umgebung angesehen
die ihm alles zeigte, was er wissen musste.

Blind, mit gezogenem Schwert
eilte er dem Dämon entgegen
weil er von seiner Prinzessin hörte
wie grausam der Gegner war
und unbarmherzig gegenüber seiner Opfer.

Doch als er nun im Triumph
das Herz der schwarzen Kreatur
mit seiner Klinge durchstoßen wollte
da sah er ihm in die Augen
und hielt plötzlich inne.

Denn was er in seinen Augen sah
war menschlicher als erwartet
Tränen, salzig wie die seinen
schlichen sich über das
blutverschmierte Gesicht.

Der Dämon hob die Hand
und griff schwach nach
des Ritters Kragen
zog dessen Kopf zu seinen Lippen
und flüsterte ihm zu:

„Die Welt ist dunkel.
Dunkel und kalt.
Die Dunkelheit frisst
und schluckt alles.
Siehst du es nicht?

Die Schwärze ist
mir zuwider geworden.
Ritter des Licht,
auch mich verschlingt sie
Rette mich…“

Das Böse bat um Rettung
stumm weinend und blutend
dass es dem Helden das Herz brach
und er dem Dämon das Leben schenkte
entgegen der Befehle seiner Prinzessin

Wochen vergingen und der Dämon
überlebte mit des Ritters Pflege
überzeugte ihn, dass er nie
der Prinzessin auch nur
ein Haar gekrümmt hatte.

Doch eines Tages mit rasender Wut
erschien die Prinzessin vor ihnen
verlangte den Tod des Dämons
und die Treue des Ritters
der doch seit Ewigkeit nur ihr gehörte.

Der Ritter aber hatte mehr gesehen
als der Prinzessin lieb gewesen war
und konnte den Dämon nicht mehr töten
und versuchte sie von des Bösen
Unschuld zu überzeugen.

„Natürlich weiß ich
von der Unwahrheit
der Dinge, die ich sagte
doch glaubst du so ein Tier
ist unbefleckt?

Wenn nicht der Verbrechen
die ich ihm zur Last lege
dann ist er andere schuldig
Deswegen töte ihn
Es ist deine Pflicht!

Du bist seit Ewigkeit
mein
Ritter und Retter
saugtest meine Worte auf
und hattest nur Augen für mich.“

So brach es aus ihr heraus
denn die Wahrheit war
sie wollte den Ritter
nur für sich haben
und hatte ein Netz aus Lügen gesponnen.

Und so befreite sich der Held
von den klebrigen Fäden
und sah all die Pfade
für die er blind gewesen war
und verließ seinen Weg.

Er verließ die Prinzessin.
Gefolgt von dem Dämonenkönig
zeigte der Ritter dem Bösen
das Licht dieser Welt
und die Wärme des Lebens.

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