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Wir müssen im Dreck kriechen. Unsere Jeans haben Löcher, unsere Haut trägt Schorf. Der Sand sammelt sich in unseren Augen und in unserer Lunge. Wir husten, wir keuchen, wir röcheln. Wir atmen und doch ersticken wir ohne zu sterben.
Unsere Mägen ziehen sich schmerzlich zusammen, sie rumoren, grummeln und schreien. Wir hungern. Wir lecken das eigene Salz von unserer Haut nur des Geschmacks wegen.
Unsere Kehle ist trocken, wie eine Raspel die Stimmspäne ausspuckt. Wir verdursten.
Unsere Taschen waren gefüllt mit Münzen und Papierscheinen, doch haben wir früh erkannt, dass sie uns nichts nützen.
Münzen stillen keinen Hunger, Papier stillt keinen Durst. Wir waren lächerlich reich und gleichzeit so arm.
Jetzt schleppen wir uns durch die Wüsten. Die Kleidung, zusammengenäht von billigen Kinderhänden, hat nicht viel gehalten. Unsere verbrannte Haut schält sich langsam ab.
Wir hinterlassen eine Spur von Brotkrummen doch wir sind das Brot.
Noch essen wir uns nicht, noch kriechen wir geeint voran.
An manchen Morgen stehen einige nicht wieder auf. Wir werden weniger. Wir fürchten uns vor dem Tag, an dem wir allein sind.
Es ist vorbei. Projekt Menschheit hat versagt. Nur die letzten Reste klammern sich noch verzweifelt an den Rand der Petrischale.
Aber auch wir werden es irgendwann einsehen müssen. Asche zu Asche. Staub zu Staub.

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